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Wie geht es weiter nach Klasse 4?

Veröffentlicht am 03.02.2016, 13:16 Uhr     Druckversion

Foto: Martin Habersaat, MdL

Die Halbjahreszeugnisse sind verteilt, die Informationsveranstaltungen der weiterfhrenden Schulen laufen. Worauf mssen Eltern achten, welche Beratungsmglichkeiten gibt es? Martin Habersaat ist Landtagsabgeordneter aus Reinbek und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Bis zu seinem Einzug in den Landtag war er Gymnasiallehrer. Er berichtet:  

Frher erhielten die Eltern von Grundschlern mit dem Halbjahreszeugnis in Klasse 4 eine Schulbergangsempfehlung, die mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer in Einzelgesprchen errtert wurde.

Kinder, die eine Empfehlung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses bekamen, durften nicht am Gymnasium angemeldet werden. Diese Regelung fhrte bereits in Klasse 3 zu einem groen Druck vor allem auf die Schlerinnen und Schler. Das ging bei Nachhilfestunden fr Neunjhrige los und endete bei juristischen Einwendungen gegen Notenvergaben. Das ist der pdagogischen Arbeit an der Grundschule nicht dienlich. Wir haben Druck aus der Grundschule herausgenommen und das Wahlrecht, damit aber gleichzeitig auch die Verantwortung der Eltern gestrkt. Deshalb gibt es keine verbindliche Empfehlung mehr, wohl aber eine Beratung. Unsere Grundschullehrkrfte haben eine hohe diagnostische Kompetenz und knnen ber ein Kind, das sie vier Jahre lang begleitet haben, viel sagen. Deshalb halten wir am Beratungsgesprch zum Schulbergang fest.

Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern folgende Fragen besprechen:

- Passt das Profil der aufnehmenden Schule zu den Interessen des Kindes?

- Ist der Schulweg alltagstauglich?

- Wohin gehen Freundinnen und Freunde?

- Was sagen Eltern und Kinder, die die aufnehmende Schule schon kennen?

- Wird der angestrebte Schulabschluss an der aufnehmenden oder einer kooperierenden Schule angeboten?

Der Elternwille ist ein zentrales Element unserer Bildungspolitik. Deshalb gibt es bereits in der Grundschule die freie Schulwahl statt frherer Schuleinzugsbereiche. Deshalb haben Eltern von Kindern mit besonderem Frderbedarf das Recht, eine allgemeinbildende Schule fr ihr Kind zu whlen. Deshalb wurde die verbindliche Schulartempfehlung abgeschafft zugunsten eines Beratungsgesprchs, nach dem die Eltern die beste weiterfhren de Schule fr ihr Kind whlen knnen. In der Grundschulverordnung 7(2) heit es: In einem individuellen Gesprch beraten die Lehrkrfte die Eltern ber die weitere schulische Laufbahn ihres Kindes. Wer kennt den Stand der Kompetenzen eines Kindes auch besser als eine Grundschullehrkraft nach vier Jahren Begleitung des Kindes? Und wer sollte verantwortungsvoller fr ein Kind entscheiden als die Eltern? Letztlich war es auch der Wille von Eltern und Schlern, der dazu gefhrt hat, dass das Abitur nicht mehr ein exklusives Angebot von Gymnasien ist, sondern auch in Gemeinschaftsschulen und beruflichen Schulen erreicht werden kann.

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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