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Schulische Qualitätsentwicklung in Schleswig-Holstein

Veröffentlicht am 26.02.2016, 18:31 Uhr     Druckversion

Britta Ernst, Martin Habersaat

Martin Habersaat zu aktuellen Herausforderungen und Konzepten:

Seit 2014 gilt in Schleswig-Holstein ein neues Schulgesetz, dem ein intensiver Bildungsdialog vorausgegangen war. Seitdem sind in Schleswig-Holstein mit Gymnasien und Gemeinschaftsschulen zwei weiterführende Schularten verankert, später ergänzt um die beruflichen Schulen. Ein solche Bewegung zeichnet sich auch in anderen Bundesländern ab oder hat, wie in Hamburg, schon stattgefunden, die „Systemdebatte“ ist vorbei.

„Endlich wird die bildungspolitische und ebenso die Fachdiskussion stärker von Fragen der Qualität des Bildungssystems und der einzelnen Schulen bestimmt“, findet Martin Habersaat, Landtagsabgeordneter aus Reinbek. Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion war bis zu seinem Einzug in den Landtag selbst Gymnasiallehrer. Er sagt: „Außer der FDP fordert niemand mehr die Rückkehr zum alten, dreigliedrigen Schulsystem. Der Schulfrieden ist erreicht, die gewonnene Ruhe muss jetzt für Fragen der Unterrichtsqualität genutzt werden.“

Dabei kommt es auf die Lehrerinnen und Lehrer an, aber auch auf die Schulleitungen. Klar ist dabei immer, so Habersaat, dass die wesentliche politische Herausforderung zunächst darin liegt, den Schulen günstige Rahmenbedingungen zu verschaffen. „Seit 2012 geht es mit den Bildungsausgaben konsequent bergauf – diese Linie werden wir weiter verfolgen müssen, um Personalausstattung und Rahmenbedingen weiter zu verbessern.“ Aber zur Steigerung der Qualität könne mehr getan werden. Auf dem Weg zu diesem Ziel verfolgt die Bildungsministerin Britta Ernst unterschiedliche Ansätze, die jetzt in einem „Bericht zur schulischen Qualitätsentwicklung in Schleswig-Holstein“ zusammengefasst wurden. Darin wird Bezug genommen auf internationale und nationale Leistungsvergleiche, aber auch auf Stichworte wie Inklusion und Digitale Bildung. Bereits bestehende Ansätze werden dabei durch zwei Neuerungen bzw. Wiedereinführungen ergänzt: den Landesbildungsbericht und die externe Evaluation.

 

Landesbildungsbericht erstmals im Herbst 2016

Analog zum nationalen Bildungsmonitoring wird mit dem Bildungsbericht 2016 für Schleswig-Holstein ein kontinuierlicher, datengestützter Beobachtungs- und Analyseprozess des Bildungswesens im Land sichergestellt. Die Öffentlichkeit und die Bildungspolitik sollen systematisch über Rahmenbedingungen, Verlaufsmerkmale, Ergebnisse und Erträge von Bildungsprozessen informiert werden. Darüber hinaus soll der Bericht das Bildungsgeschehen im Land transparent machen und als Grundlage für weitere Zieldiskussionen und politische Entscheidungen genutzt werden. Mit dem Bildungsbericht werden die vorhandenen statistischen Daten, Ergebnisse und Befunde für Schleswig-Holstein anhand von zentralen Indikatoren, die sich am nationalen Bildungsbericht von Bund und Ländern ausrichten, „auf einen Blick“ zusammengetragen. Der Bericht ergänzt auf diese Weise den nationalen Bildungsbericht um landesspezifische Informationen zur Situation vorschulischer und schulischer Bildung in Schleswig-Holstein und wird erstmals im Herbst 2016 vorgelegt.

 

Externe Evaluation – freiwilliges Schul-Feedback

Das Bildungsministerium bietet den Schulen ab Februar 2016 ein Verfahren zur externen Evaluation auf freiwilliger Basis an. Vorrangiges Ziel ist es, den Schulgemeinschaften eine strukturierte und nachhaltige Beratung und Unterstützung bei der Schulentwicklung im Nachgang zur Evaluation anzubieten. Martin Habersaat: „Etwas ähnliches gab es mit EVIT (Evaluation im Team) in Schleswig-Holstein schon einmal, wurde aber von CDU und FDP wieder abgeschafft, anstatt es weiterzuentwickeln. Viele Schulnetzwerke, zum Beispiel ‚Blick über den Zaun‘, beweisen aber regelmäßig, wie hilfreich so ein Blick von außen sein kann. Auch mit solcher Unterstützung konnte die Anne-Frank-Schule in Bargteheide 2013 den Deutschen Schulpreis gewinnen.“ Neu ist, dass beim Schulfeedback auch Rückmeldungen über die inhaltiche Qualität des Unterrichts in einem Fach erbeten werden können. Ein öffentliches Rating von Schulen wird es nicht geben.

 

Ausweitung des Angebots an Lernstandserhebungen

Schleswig-Holstein beteiligt sich bereits im laufenden Jahr am Projekt einiger Länder zur Erarbeitung von Vergleichsarbeiten im 6. Jahrgang. In Klasse 3 und Klasse 8 beteiligen sich heute schon alle Schulen. Ab dem Frühjahr 2016 wird den Schulen im Land die Teilnahme an VERA 6 auf freiwilliger Basis angeboten. Die Ergebnisse ermöglichen Lehrkräften eine über die eigene Klasse und Schule hinausgehende objektive Einschätzung des Lernstandes ihrer Schülerinnen und Schüler. Habersaat: „Zwischen VERA 3, wo der Lernstand in Deutsch und Mathematik erhoben wird, und VERA 8, wo es um Deutsch, Mathematik und die erste Fremdsprache geht, gab es eine zu große Lücke von fünf Jahren, die nun geschlossen werden kann.“ Es komme jedoch darauf an, die in den Erhebungen steckenden Daten auch zu nutzen.

Bildungsstandards, Schulprogramme, zentrale Prüfungen – für die Qualitätsentwicklung stehen noch viele andere Werkzeuge bereit. Zur Unterstützung der Schulen gibt es das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH). Habersaat: „Allein die Beschäftigung mit dem „Orientierungsrahmen Schulqualität“, der sechs Dimensionen von schulischer Qualität definiert (Ergebnisse und Wirkungen, Lehren und Lernen, Leitung und Qualitätsentwicklung, Schulkultur und Schulgemeinschaft, Professionalität und Zusammenarbeit), kann für manche Schule hilfreiche Impulse liefern. In der Schlussbemerkung des Berichts macht die Landesregierung den Schulen eine wichtige Zusage: Sie setzt auf einen engen Dialog mit Schulen, Schulaufsicht, Vertretungen der Schülerinnen und Schüler, Elternvertretungen und Verbänden und will „neue Verfahren behutsam einführen, gründlich erproben und im Lichte der gewonnenen Erfahrungen gegebenenfalls auch wieder verändern.“

 

Quelle:

Bericht der Landesregierung zur schulischen Qualitätsentwicklung in Schleswig-Holstein

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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