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Wenn ein Häuptling mehr Indianer fordert

Veröffentlicht am 29.08.2016, 19:24 Uhr     Druckversion

Foto: Martin Habersaat, MdL

Zur Androhung eines ,,harten Kurswechsels" in der Bildungspolitik durch den CDU-Fraktionsvorsitzenden für den Fall eines Regierungswechsels sagt Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:

Wir brauchen nicht nur Häuptlinge, es muss auch Indianer geben. Eine kleine Elite wird's zum Wohle aller schon richten. Solche und ähnliche Äußerungen aus konservativen Kreisen sind nichts Neues, im Gegenteil.

Man kennt diese Position aus vergangenen Jahrhunderten. Insofern überrascht auch der Ruf von Daniel Günther nach weniger Abiturientinnen und Abiturienten nicht. Aber mal kurz nachgedacht: In Stormarn ist die Abiturquote deutlich höher als beispielsweise im Kreis Schleswig-Flensburg. Wird das Abitur in Stormarn verschenkt? Hält Herr Günther die Lehrerinnen und Lehrer in Stormarn für zu lasch? Oder sollen den jungen Menschen in Schleswig-Flensburg keine besseren Perspektiven ermöglicht werden?

 

Es gibt in den vergangenen Jahren immer mehr Hochschulabsolventen auf dem Arbeitsmarkt. Und obwohl das Angebot größer wurde, sind ihre Löhne im Schnitt gestiegen. Kreative, wissensbasierte Tätigkeiten nehmen zu. Es sind eher Routinetätigkeiten, die automatisiert werden. Noch immer legen in Schleswig-Holstein weniger junge Menschen ihr Abitur ab als im Bundesschnitt ­ da geht noch was. Nicht aus ,,Akademisierungswahn", sondern im Interesse optimaler Chancen für die jungen Menschen in unserem Land.

 

Schleswig-Holstein hat gemeinsam mit fünf anderen Ländern länderübergreifende Aufgaben und Aufgabenteile für das Abitur erarbeitet und ab 2017 wird es einen zentralen Aufgabenpool für die Kernfächer geben. Das Abitur an Gymnasien ist dasselbe wie an Gemeinschaftsschulen. Niemand sollte Lehrerinnen und Lehrern vorwerfen, das Abitur zu verschenken. Und niemand sollte Schülerinnen und Schülern das Gefühl geben, ihr Abschluss sei nichts wert. Die Qualität des Abiturs ist gesichert. Trotzdem ist, nach dem doppelten Abiturjahrgang, in der nächsten Legislaturperiode ein Dialog über die Zukunft der Oberstufe sinnvoll: Wie steht es um die Wissenschaftspropädeutik? Wie können Stärke in den Fachdisziplinen einerseits und

fächerübergreifende Ansätze andererseits verbunden werden? Und wie müssen sich die Hochschulen im dritten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends auf ihre StudienanfängerInnen einstellen?

 

Seit dem 1. August 2014 gilt in Schleswig-Holstein ein Schulgesetz, das in einem noch nie dagewesenen Bildungsdialog vorbereitet wurde und deshalb die Grundlage für eine Dekade der konstruktiven Ruhe für unsere Schulen sein kann. Dieses Schulgesetz sieht nach der Grundschule zwei weiterführende Schulen in der Sekundarstufe I vor: Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Gemeinschaftsschulen können in neun Jahren bis zum Abitur führen, Gymnasien in der Regel in acht Jahren. In der Sekundarstufe II wird dieses Angebot ergänzt

durch die beruflichen Schulen, auch hier ist das Abitur ein möglicher Abschluss. Für Schülerinnen und Schüler, die andere Abschlüsse anstreben, gibt es ebenfalls vielfältige Angebote. Um alle kümmern wir uns. Wenn es in der dualen Ausbildung knapp wird, dann vielleicht auch wegen der Ausbildungsbedingungen und der Vergütungen.

 

Die SPD und die Küstenkoalition werden auch in den nächsten Jahren für mehr Bildungsgerechtigkeit arbeiten. Dass die CDU für einen anderen Weg wirbt, wird manchem die Wahlentscheidung erleichtern.

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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